Die Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich setzt in ihrer kommunalen Wärmeplanung auf ein sogenanntes kaltes Nahwärmenetz. „Kalt“ bedeutet: Die Ausgangsenergie im Netz liegt nur bei etwa zehn bis zwölf Grad Celsius. Diese Energie stammt unter anderem aus SOLINK PVT-Luft-Sole-Kollektoren. Über ein Leitungsnetz wird sie zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort heben Wärmepumpen die Temperatur mithilfe von Strom auf das benötigte Heizniveau an – ein Teil dieses Stroms kommt wiederum aus Solarenergie, wie Robert Stoffers, Geschäftsführer für Vertrieb Inland bei Consolar, berichtet.

Versorgt werden in Offenbach vor allem kommunale Gebäude mit hohem Energiebedarf: das neue Rathaus (siehe Bild), das Stadion mit Sporthalle und Vereinsheim, die Feuerwehr sowie eine Kindertagesstätte. Perspektivisch können sich auch private Wohnhäuser in den umliegenden Straßen an das Netz anschließen. Das Interesse sei groß, berichtet die Verwaltung. Ein weiterer Vorteil des Systems: Das Netz kann nicht nur heizen, sondern an heißen Tagen auch kühlen.

Anfang September besuchte Bundesumweltminister Carsten Schneider Offenbach an der Queich, um sich über unser Nahwärmenetz zu informieren.

Best Practise aus Offenbach:

Ende Februar lud die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) zum Forum Energiewende unter dem Titel „PV:T: Die Zukunft für Wärme und Strom“ ins Rathaus der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich ein.

Vor Ort und online konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über konkrete Betriebserfahrungen mit PVT-Systemen informieren. Organisiert wurde das Forum gemeinsam von der Initiative IntegraTE-XL, der DGS Südwest sowie der Gemeinde Offenbach.

Dabei wurden erstmals Betriebsergebnisse aus zwei Jahren Praxisbetrieb vorgestellt:
• Jahresarbeitszahl (Heizbetrieb): 3,8 in 2023 / 3,7 in 2024
• Mit PV-Eigenstrom berücksichtigt (JAZₚᵥ): 4,9 bzw. 4,8
• Inklusive Kühlbetrieb steigt die JAZₚᵥ auf 5,5 bzw. 5,6
• Solarstromproduktion der 72-kWp-Anlage: ca. 75 MWh (2023) und 70 MWh (2024)

Besonders interessant: In der Heizsaison werden rund 25 % des Wärmepumpenstroms direkt durch die PV-Anlage gedeckt, im Sommer sogar etwa 59 %.

• Jahresarbeitszahl (Heizbetrieb): 3,8 in 2023 / 3,7 in 2024
 • Mit PV-Eigenstrom berücksichtigt (JAZPV): 4,9 bzw. 4,8
 • Inklusive Kühlbetrieb steigt die JAZPV sogar auf 5,5 bzw. 5,6
 • Solarstromproduktion der 72-kWp-Anlage: ca.75 MWh (2023) und 70 MWh (2024)

Besonders interessant: In der Heizsaison werden etwa 25% des Wärmepumpenstroms direkt durch die PVT-Anlage gedeckt, im Sommer sogar rund 59%.

Das Projekt ist eine Zeitenwende für die Verbandsgemeinde. Die perspektivische Erweiterung des Netzes auf das umliegende Gemeinde-Gebiet wird die Energieversorgung in den nächsten Jahren für die Gemeinde unabhängiger, zukunftssicherer machen„, kommentiert Hans Biehler, Energieberater und Vorsitzender der DGS Rheinland-Pfalz. 

Bärbel Epp, Geschäftsführer von solrico – Agentur für Solarmarktforschung und internationale Kommunikation, kommentiert auf LinkedIn: „Das Projekt zeigt ziemlich klar: Unter passenden Rahmenbedingungen (gute Dämmung, niedrige Vorlauftemperaturen, ausreichend Dachfläche) kann PVT + Wärmepumpe auch ohne Erdsonden eine stabile und effiziente Lösung für kommunale Gebäude sein.“
Weitere Quellen: SWR, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz, Stadt Offenbach a.d. Queich